Strafverteidigung2019-02-25T16:38:45+01:00

Strafverteidigung

Ob erste Instanz oder Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts – bei der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht bedarf es nicht nur eines Spezialisten für das jeweilige Rechtsgebiet; der Ausgang des Verfahrens steht und fällt vor allem mit der Prozesserfahrung, Konfliktfähigkeit und den strafprozessualen Fähigkeiten des Strafverteidigers.  Für die bestmöglichen Erfolgschancen bedarf es daher unbedingt (zusätzlich) eines erfahrenen Prozessanwalts.

Dabei schätzen leider auch viele Rechtsanwälte mit wenig Prozesserfahrung und/oder Konfrontationsfreudigkeit die Risiken und Chancen eines Strafprozesses oft falsch ein. Denn vor einem deutschen Strafgericht begegnet man sich nicht auf Augenhöhe sondern muss – bisweilen sehr konfrontativ – für strafprozessuale Rechte des Mandanten kämpfen.

Denn unabhängig vom Interesse des oder der Geschädigten einer Straftat oder dem überhaupt bestehenden Interesse an einer Strafverfolgung, wird der Gerichtsprozess im Strafrecht streng inquisitorisch geführt und dabei mit sehr scharfen Sanktions- und Reaktionsmöglichkeiten durchgesetzt (Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung der Anwesenheitspflicht des Angeklagten und der Zeugen, Durchsuchung, Beschlagnahme und Sicherstellung von beweiserheblichen Tatsachen, Untersuchungshaft, Verurteilung zu langjährigen Freiheitsstrafen).

Schon ob der massiven juristischen, aber auch jenseits des Verfahrens belastenden Konsequenzen für den Mandanten birgt der Strafprozess ein ungeheures Konfliktpotenzial, dem man sich als Strafverteidiger nicht nur juristisch, sondern auch emotional gewachsen sehen muss. Denn im Strafrecht steht und fällt ein günstiger Verfahrensausgang mit den strafprozessualen Fähigkeiten und Erfahrungen des Verteidigers.

Ohne kontemporäre Expertise im Strafprozessrecht, exzeptionellem Verhandlungsmanagement und durchsetzungsstarker Konfliktfähigkeit kann man den Mandanten – im schlimmsten Fall – sogar regelrecht ins Gefängnis „hineinverteidigen“ und ihm dabei auch noch die Chance auf eine bessere Gerichtsentscheidung in der nächsthöheren Instanz nehmen.

Schon eine Gesamtbetrachtung aller Beteiligten am Strafprozess zeigt, dass der Mandant einer schieren Übermacht an Gegnern gegenüberseht, angefangen von dem Staatsanwalt als Ankläger, dem sich zunehmend oft Nebenkläger nebst deren Anwälten anschließen bis hin zu Sachverständigen und letztlich auch dem Gericht selbst.
Denn viele unterschätzen dabei vor allem die gemeinhin angenommene Unparteilichkeit und Ergebnisoffenheit des Gerichts. Denn mit Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens machen die Berufsrichter bereits deutlich, dass sie nach Aktenlage eine Verurteilung des Angeklagten für überwiegend wahrscheinlich halten – andernfalls darf das Verfahren gar nicht erst eröffnet werden. Die Hoffnungen auf einen positiven Verfahrensausgang ob der Neutralität des Gerichts getreu dem Motto: „das Gericht wird es schon anders sehen“ sollten also realistischer Weise nicht zu hoch angesetzt werden.
Im Gegenteil sollte die Verteidigung im Rahmen einer konservativen Einschätzung der Lage alle Mitglieder des Gerichts zugleich auch als potentielle Gegner begreifen. Der Prozessanwalt muss sich also nicht nur mit dem Staatsanwalt und etwaigen Nebenklägern und Sachverständigen, sondern  – je nach Gerichtsbesetzung – mit bis zu 3 Berufsrichtern und 2 Schöffen bisweilen sehr konfrontativ auseinandersetzen.

Bei all dieser rein quantitativen Übermacht an prozessualen Gegnern muss man zusätzlich beachten, dass Richter und Staatsanwälte dem „normalen“ Anwalt regelmäßig an Praxiserfahrung vor Gericht weit überlegen sind.
Während sich die meisten Rechtsanwälte nämlich oft um eine Vielzahl außergerichtlicher, rein beratender Fälle teilweise auch in anderen Rechtsgebieten kümmern, sind Staatsanwälte und Strafrichter naturgemäß ausschließlich im Bereich des Strafrechts aktiv und verbringen deutlich mehr Zeit in Gerichtsverhandlungen als selbst erfahrene Strafverteidiger. Dabei ist die vor Gericht “abgesessene” Zeit selbstverständlich nicht gleichzusetzen mit sinnvoll nutzbarer Erfahrung – hier kommt es vor allem auf schnelle und adäquate Aktion und Reaktion in einer konfliktreichen Situation an.
Insgesamt wird aber auch der schon lange ausschließlich auf das Strafrecht spezialisierte Anwalt selten eine höhere praktische Erfahrung wie die eines langjährigen Staatsanwaltes oder Strafrichters aufweisen können.

Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass ein Strafprozess unter diesen geschilderten Umständen keine ausgewogene Ausgangssituation bietet. In bedeutenden oder schwierigen Verfahren bedarf es daher unbedingt eines ausschließlich auf die Prozessverteidigung spezialisierten Anwaltes, um Staatsanwaltschaft und Gericht auf Augenhöhe begegnen zu können.

Strafverteidigung ist Kampf um das bestmögliche Ergebnis – Ob Freispruch, Verfahrenseinstellung oder eine angemessene Strafe unter Berücksichtigung aller Verfahrens- und außenprozessualen Nachteile, rechtlichen Problemen oder privaten Konsequenzen. Dabei ist eine geständige Strafmaßverteidigung die oft mit einer Verfahrensabsprache (sog. Deal) einhergeht, nicht immer zielführend – Zumindest dann nicht, wenn begründete Aussicht auf eine andere Bewertung des angeklagten Sachverhalts besteht z.B. weil sich die Tat(en) nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit beweisen lässt (lassen), problematische Rechtsfragen bestehen oder andere vielfältige Gründe vorliegen, die den Schluss nahe legen, ein besseres Ergebnis für den Mandanten erzielen zu können, als dies im Rahmen eines Deals oder Geständnisses möglich wäre.

Nicht selten erfordert dies aber eine rigorose Umsetzung der Rechtsposition des Mandanten. Fehlerhafte Anordnungen eines Gerichts können dann nicht einfach widerspruchslos hingenommen, Richter müssen dann schon mal wegen Befangenheit ablehnt oder in einem laufenden Verfahren Beweiserhebungen beantragt werden. Obwohl das völlig selbstverständlich erscheint, scheuen viele Strafverteidiger einen solch offenen Konflikt, um nicht von Gerichten, aber auch den eigenen Anwaltskollegen als sog. „Konfliktverteidiger“ dazustehen. Denn in den Augen Vieler gilt ein solches Verhalten als eine bloße Form des Krawalls, nur um die Verurteilung des Mandanten zu verzögern. Wir verstehen die ureigenste Aufgabe eines Rechtsanwaltes aber darin, seinem Mandanten den Zugang zum Recht zu verschaffen und ihn vor gerichtlichen Fehlentscheidungen zu bewahren! Gerade im Strafrecht ist das Ergebnis nämlich nicht selten offen, vor allem dann, wenn tatsächliche, wie z.B. beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen. Auch aus rechtlicher Sicht können sich oft genug juristische Probleme ergeben, die am Ende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen.

Natürlich kann es nach einer umfassenden Analyse des Falls auch einmal sinnvoll sein, ein langwieriges Verfahren durch eine Verfahrensabsprache abzukürzen oder in offensichtlichen Fällen das Strafmaß durch eine geständige Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zu reduzieren. Doch kann und darf dies nicht der Regelfall sein, will man sein Recht auf ein faires, objektives und rechtsstaatliches Verfahren nicht aufgeben. Da wo erforderlich, muss der konstruktive, juristische Konflikt gesucht und ausgehalten werden. Hauptaufgabe des Verteidigers kann daher nicht sein, Gericht und Staatsanwaltschaft zu umarmen und die Urteilsabsprache als dessen eigentliche Domäne zu begreifen. Schließlich sind es nun mal widerstreitende Interessen die zwischen einer auf Verurteilung abzielenden Anklage eines Staatsanwaltes und einem auf Freispruch oder einer deutlich geringeren Strafe sinnenden Verteidigung bestehen.

Unsere Kanzlei hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, sich nicht dem Willen des Gerichts unterzuordnen, sondern zu kämpfen, wenn dies nötig ist – mit allen hierfür zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln. Dabei geht es nicht darum, möglichst respektlos oder vorlaut aufzutreten, sondern – ganz im Gegenteil – mit Intellekt, Erfahrung und Strategie auf Augenhöhe mit dem Gericht zu überzeugen.

Nach wie vor nimmt der Zeugenbeweis die wichtigste Rolle im Strafprozess ein – dies obwohl längst feststeht, dass Zeugen die unzuverlässigsten Beweismittel überhaupt sind. Entsprechend muss sich der Prozessverteidiger auf ganz erhebliche Unwägbarkeiten bei der Zeugeneinvernahme blitzschnell einstellen und seine Strategie sofort umstellen können. Dabei bleiben von Anfang an viele Fragen offen: Was haben Zeugen wirklich gesehen? Was glauben sie gesehen zu haben? Was haben sie bereits vergessen und durch Phantasie oder vermeintlich zuverlässige Informationen durch Dritte, die Polizei oder Medienberichte ersetzt? Haben sie ein eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens? Wurden sie beeinflusst oder haben sie sich gar abgesprochen?

In all diesen Problemfällen muss der Prozessanwalt sofort wissen wie und im Rahmen welcher gesetzlichen Möglichkeiten er den Zeugen begegnet, ohne dabei die strengen Regeln der Befragungstechnik zu verletzen. Parallel muss der Verteidiger die vor Gericht getätigte Aussage des Zeugen nicht nur mit der Aktenlage vergleichen, sondern auch wichtige aussagepsychologische Faktoren wie Aussageentstehung, Aussagevalidität, Aussagefähigkeit, Aussagepersönlichkeit, Aussagequalität, mögliche Konfundierungen und mögliche Motive für die Aussage analysieren.

Nur dem erfahrenen und geschulten Prozessverteidiger wird es in der Regel möglich sein, den jeweiligen Aussageinhalt auf logische Konsistenz, Strukturgleichheit, Detaillierungsgrad, Interaktionsschilderungen und Komplikationen im Handlungsablauf, sowie eine nur auf das Randgeschehen, nicht aber auf die Kerninhalte erfolgte Schilderung zu überprüfen und dem Gericht solche Mängel wirksam aufzuzeigen.

Dabei muss der Verteidiger gleichzeitig auch noch gegen die regelmäßig vorhandenen Vorurteile des Gerichtes vorgehen: Hierzu gehören insbesondere antizipierte Typisierungen („der schuldige Angeklagte auf der Anklagebank“), subjektive Vorurteile und Stereotypen („der ist schon so einer!“), Moralvorstellungen und gesellschaftliche Konventionen („so etwas macht man eben nicht!“), grobe Verallgemeinerungen und subjektive Meinungen („bei Vorwurf Betrug sind doch sowieso alle schuldig“). Schließlich gilt es noch, den eigenen Mandanten von Antipathien des Gerichts möglichst effizient abzuschirmen und ihn als Person von dem meist als störend empfundenen Verteidigerverhalten klar abzugrenzen.

Anders als im Zivilrecht werden Strafurteile nicht selten “aus dem Bauch heraus” gefällt.  Dies mag auch damit zusammenhängen, dass die Urteile im Strafrecht regelmäßig noch am selben Hauptverhandlungstermin im Anschluss an die Beweisaufnahme und die Plädoyers verkündet werden.

Um so wichtiger ist es daher neben fachlicher Kompetenz auch prozessual zu überzeugen – nicht zuletzt mit Blick auf die vielen Freiheiten und weiten Ermessensspielräume des Gerichts. Wenn beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen, Zeugen widersprüchliche Angaben machen oder schwierige rechtliche Fragen komplexe juristische Probleme aufwerfen, muss sich der Verteidiger unbedingt durchsetzen. Hierbei darf der offen ausgetragene Disput mit der Staatsanwaltschaft ebensowenig gescheut werden wie der konfrontative Konflikt in Hinblick auf fehlerhafte Anordnungen des Gerichts bis hin zum Erzwingen von Beweiserhebungen. Denn nur der Anwalt, der alle strafprozessualen und rechtlichen Mittel durchsetzungs- und überzeugungsstark einsetzt, kann vor Gericht das bestmögliche Ergebnis erzielen und den Mandanten vor drohenden gerichtlichen Fehlentscheidungen bewahren.

Umgekehrt ist aber auch nicht immer der konfrontative Konflikt die beste Option, wenngleich reine Geständnisbegleitung sicherlich nicht der Regelfall der Verteidigertätigkeit sein darf  – dazu ist das Ergebnis des Strafprozesses im Hinblick auf die vielfältigen Ausgangsmöglichkeiten zu offen. Aber wenn ein belastendes langwieriges Verfahren abgekürzt oder das Strafmaß drastisch reduziert werden kann, so darf auch der offene Dialog mit dem Gericht nicht gescheut werden. Allerdings erfordern auch  solche Verständigungsgespräche taktisches Verhandlungsgeschick.

Wenn es darum geht, gegen ein bereits ergangenes Urteil vorzugehen oder in einem landgerichtlichen Verfahren alle Möglichkeiten einer Revision offen zu halten, ist es essentiell, einen auf Rechtsmittel spezialisierten Anwalt zu beauftragen. Denn um zu harte oder schlicht falsche Urteile zu revidieren, bedarf es im deutschen Strafprozessrecht schon angesichts der strengen Formalkriterien und überstrapazierten Rügeobliegenheiten sehr spezieller Fachkenntnisse. Nicht umsonst wird etwa das Rechtsmittel der Revision (gegen Urteile eines Landgerichts) als Königsdisziplin des Strafrechts bezeichnet.

Rechtsmittelverteidigung WÄHREND des erstinstanzlichen Verfahren:

Unsere besondere Stärke liegt darin, schon bei der Verteidigung in der Instanz für ein mögliches Rechtsmittel vorzubauen, insbesondere für eine Revision. Dies ist angesichts der nur sehr eingeschränkten Anfechtungsmöglichkeiten gerade bei landgerichtlichen Verfahren unseres Erachtens sogar Pflicht, denn auch in einem Rechtsstaat ist man nicht vor Fehlentscheidungen gefeilt. Insoweit müssen etwaige Beschwerden / Widersprüche / Beweisanträge rechtzeitig gestellt werden, um in einem Folgeverfahren überhaupt Berücksichtigung zu finden. Gleichzeitig lassen sich schon während des Gerichtsverfahrens auch ganz gezielt Revisionsgründe schaffen mit denen sich ein Urteil in der nächsten Instanz erfolgreich anfechten lässt.

Rechtsmittelverteidigung gegen bereits ERGANGENE Urteile

Ist bereits ein Urteil ergangen, empfiehlt es sich im Regelfall die nächst höhere Gerichtsinstanz anzurufen. Nicht selten lassen sich nämlich nicht nur das Urteil im Ganzen, sondern auch nur einzelne Teile des Urteils oder aber nur die Höhe der Strafe erfolgreich anfechten. Die Erfahrung zeigt, dass die Chance auf ein besseres Ergebnis hoch ist. Dies gilt insbesondere für das Rechtsmittel der Berufung. Denn  im Falle einer Revision können ausschließlich Rechtsfehler gerügt werden, sprich es werden keine Beweise mehr erhoben (z.B. Zeugen nochmals vernommen etc.). Einzige Chance auf eine positive Entscheidung sind das Auffinden von gerichtlichen Fehlern z.B. bei der Anwendung des Rechts, im Prozessablauf oder der Strafzumessung, weshalb es bei der Revision allein auf die Erfahrung und das Fachwissen des Anwaltes ankommt.

Spezialwissen und Erfahrung

Gerade bei der sog. Königsdisziplin, der Revision, bedarf es sehr speziellen Fachwissens und wissenschaftlicher Expertise, denn es gilt komplexe und / oder versteckte Fehler im strafprozessualen und / oder materiellen Recht aufzufinden und richtig zu rügen. Gleichzeitig bleibt dem Strafverteidiger nur wenig Zeit, (nämlich gerade mal 1 Monat), um eine fundierte Revisionsbegründung zu fertigen. Es verbleibt dem Anwalt also schon der gesetzlichen Frist wegen keine Möglichkeit, sich erst mit den Gesetzmäßigkeiten der Revision auseinanderzusetzen, er muss sie aus dem “FF” beherrschen. Mit unseren wissenschaftlich tätigen Anwälten Dr. Betz und Florian Zenger LL.M. haben wir zwei Revisionsspezialisten in unserem Team, die sich schon von Berufs wegen mit den zahlreichen Spezialproblemen aktueller strafrechtlichen Neuerungen in Lehre und Rechtsprechung auseinandersetzen müssen, für die im Praxisalltag des “normalen” Anwaltes schlicht keine Zeit verbleibt. Gleichzeitig bearbeitet unsere Kanzlei aufgrund unserer ausgewiesenen Spezialisierung auf die strafprozessualen Rechtsmittel überdurchschnittlich viele Revisionsverfahren, sodass uns vor allem unsere Erfahrung bei der Fallbearbeitung hilft, überdurchschnittlich gute Ergebnisse zu erzielen.

Gerade in “großen Verfahren” vor dem Landgericht,  ist die Verteidigung im Team, also die gleichzeitige Vertretung von mehr als nur einem Anwalt, zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor unserer Kanzlei geworden.

Leider wird oft übersehen, dass gerade in Prozessen bei denen eine hohe Straferwartung und/oder großes öffentliches Interesse drohen (wie etwa bei Sexualdelikten, Haftsachen oder Delikten mit hohem Schaden), der Beschuldigte/Angeklagte einer Übermacht an prozessualen Gegnern gegenübersteht. Hinzu kommt, dass die gerichtliche Verurteilungsquote in Deutschland bei weit über 80 % liegt und man bei einer Verurteilung durch ein Landgericht faktisch keine zweite Chance hat, das Urteil von einem nächst höheren Gericht nochmals in Gänze überprüfen zu lassen.

Der Druck der damit auf dem Mandanten und damit auch auf seinem Anwalt lastet ist enorm. Zudem fällt eine suffiziente Verteidigung angesichts der nur sehr eingeschränkten Rechtsmittel gegen Urteile von Landgerichten ungleich schwerer, da parallel Fehler des Gerichts frühzeitig erkannt, rechtlich mögliche Finessen genutzt und medialen Beeinflussungen gekonnt begegnet werden müssen.

Getreu dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei“ muss man sich im Strafprozess nicht auf einen einzigen Anwalt / Verteidiger beschränken.
Wohl aus den oben genannten Gründen erlaubt das Gesetz einem Beschuldigten / Angeklagten die gleichzeitige Verteidigung durch bis zu drei Anwälte (zuzüglich eines etwaigen Pflichtverteidigers).
Und das macht durchaus Sinn: So lässt sich das Ungleichgewicht gegenüber den anderen Prozessbeteiligten wieder ausgleichen. Außerdem ist im Team eine deutlich druckvollere Zeugenbefragung (Stichwort: „Kreuzverhör), eine deutlich höhere Erkennung formaler wie rechtlicher Fehler des Gerichts und eine effizientere Abschirmung Antipathien gegenüber dem Mandanten möglich. Mehrere Verteidiger können während der Beweisaufnahme parallel Anträge stellen, Prozesshandlungen beanstanden oder Erklärungen vorbereiten und neue Erkenntnisse zeitgleich mit der Sich- und Rechtslage abgleichen.
Entsprechend  erfordert eine Verteidigung im Team eine strukturierte Aufgabenverteilung, weshalb das Team idealer Weise nicht bunt zusammengewürfelt, sondern genau aufeinander und entsprechend der einzelnen Kompetenzbereiche abgestimmt sein sollte:

In geeigneten Fällen ist auch eine Auswahl von Anwälten aus unterschiedlichen Kanzleien mit unterschiedlichem Schwerpunkt zielführend. So erfordern Spezialgebiete wie z.B. Wirtschafts- Medizin- und Steuerstrafrecht besondere fachspezifische Kenntnisse deren strafprozessuale Durchsetzung wiederum nur durch einen erfahrenen Prozessanwalt sichergestellt werden kann – gerade auch mit Blick auf die strafrechtlichen Rechtsmittel, deren erfolgversprechende Grundlagen bereits im ersten Prozess geschaffen werden müssen.

Auch gibt es Konstellationen wo ein vor Ort erfahrener Anwalt zwar den Fall, den Mandanten und das Gericht bestens kennt, aber für fachspezifische Fragen eines  rechtlichen Spezialgebiets oder bei einem Großprozess die Unterstützung eines externen Spezialisten sucht, um für die Verteidigung optimal aufgestellt zu sein.
Und eben das garantieren wir auch unseren Mandanten: Ob Revisionsspezialist, Experte für Sexualstrafrecht oder Prozessanwalt für konfrontative Verteidigung, alle unsere Anwälte sind entsprechend ihren jeweiligen Spezialisierungen gezielt auf den entsprechenden Fall einsetzbar – Ob im eingespielten Kanzlei-Team oder zusammen mit anderen Anwälten und Spezialisten.

Strafverteidigung

Prozessanwälte

Spezialisierte Kanzlei für Strafprozessrecht und konfrontative Verteidigung 

Ob erste Instanz oder Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts – bei der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht bedarf es nicht nur eines Spezialisten für das jeweilige Rechtsgebiet; der Ausgang des Verfahrens steht und fällt vor allem mit der Prozesserfahrung, Konfliktfähigkeit und den strafprozessualen Fähigkeiten des Strafverteidigers.  Für die bestmöglichen Erfolgschancen bedarf es daher unbedingt (zusätzlich) eines erfahrenen Prozessanwalts.

Dabei schätzen leider auch viele Rechtsanwälte mit wenig Prozesserfahrung und/oder Konfrontationsfreudigkeit die Risiken und Chancen eines Strafprozesses oft falsch ein. Denn vor einem deutschen Strafgericht begegnet man sich nicht auf Augenhöhe sondern muss – bisweilen sehr konfrontativ – für strafprozessuale Rechte des Mandanten kämpfen.

Denn unabhängig vom Interesse des oder der Geschädigten einer Straftat oder dem überhaupt bestehenden Interesse an einer Strafverfolgung, wird der Gerichtsprozess im Strafrecht streng inquisitorisch geführt und dabei mit sehr scharfen Sanktions- und Reaktionsmöglichkeiten durchgesetzt (Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung der Anwesenheitspflicht des Angeklagten und der Zeugen, Durchsuchung, Beschlagnahme und Sicherstellung von beweiserheblichen Tatsachen, Untersuchungshaft, Verurteilung zu langjährigen Freiheitsstrafen).

Schon ob der massiven juristischen, aber auch jenseits des Verfahrens belastenden Konsequenzen für den Mandanten birgt der Strafprozess ein ungeheures Konfliktpotenzial, dem man sich als Strafverteidiger nicht nur juristisch, sondern auch emotional gewachsen sehen muss. Denn im Strafrecht steht und fällt ein günstiger Verfahrensausgang mit den strafprozessualen Fähigkeiten und Erfahrungen des Verteidigers.

Ohne kontemporäre Expertise im Strafprozessrecht, exzeptionellem Verhandlungsmanagement und durchsetzungsstarker Konfliktfähigkeit kann man den Mandanten – im schlimmsten Fall – sogar regelrecht ins Gefängnis „hineinverteidigen“ und ihm dabei auch noch die Chance auf eine bessere Gerichtsentscheidung in der nächsthöheren Instanz nehmen.

Schon eine Gesamtbetrachtung aller Beteiligten am Strafprozess zeigt, dass der Mandant einer schieren Übermacht an Gegnern gegenüberseht, angefangen von dem Staatsanwalt als Ankläger, dem sich zunehmend oft Nebenkläger nebst deren Anwälten anschließen bis hin zu Sachverständigen und letztlich auch dem Gericht selbst.

Denn viele unterschätzen dabei vor allem die gemeinhin angenommene Unparteilichkeit und Ergebnisoffenheit des Gerichts. Denn mit Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens machen die Berufsrichter bereits deutlich, dass sie nach Aktenlage eine Verurteilung des Angeklagten für überwiegend wahrscheinlich halten – andernfalls darf das Verfahren gar nicht erst eröffnet werden. Die Hoffnungen auf einen positiven Verfahrensausgang ob der Neutralität des Gerichts getreu dem Motto: „das Gericht wird es schon anders sehen“ sollten also realistischer Weise nicht zu hoch angesetzt werden.
Im Gegenteil sollte die Verteidigung im Rahmen einer konservativen Einschätzung der Lage alle Mitglieder des Gerichts zugleich auch als potentielle Gegner begreifen. Der Prozessanwalt muss sich also nicht nur mit dem Staatsanwalt und etwaigen Nebenklägern und Sachverständigen, sondern  – je nach Gerichtsbesetzung – mit bis zu 3 Berufsrichtern und 2 Schöffen bisweilen sehr konfrontativ auseinandersetzen.

Bei all dieser rein quantitativen Übermacht an prozessualen Gegnern muss man zusätzlich beachten, dass Richter und Staatsanwälte dem „normalen“ Anwalt regelmäßig an Praxiserfahrung vor Gericht weit überlegen sind.
Während sich die meisten Rechtsanwälte nämlich oft um eine Vielzahl außergerichtlicher, rein beratender Fälle teilweise auch in anderen Rechtsgebieten kümmern, sind Staatsanwälte und Strafrichter naturgemäß ausschließlich im Bereich des Strafrechts aktiv und verbringen deutlich mehr Zeit in Gerichtsverhandlungen als selbst erfahrene Strafverteidiger. Dabei ist die vor Gericht “abgesessene” Zeit selbstverständlich nicht gleichzusetzen mit sinnvoll nutzbarer Erfahrung – hier kommt es vor allem auf schnelle und adäquate Aktion und Reaktion in einer konfliktreichen Situation an.
Insgesamt wird aber auch der schon lange ausschließlich auf das Strafrecht spezialisierte Anwalt selten eine höhere praktische Erfahrung wie die eines langjährigen Staatsanwaltes oder Strafrichters aufweisen können.

Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass ein Strafprozess unter diesen geschilderten Umständen keine ausgewogene Ausgangssituation bietet. In bedeutenden oder schwierigen Verfahren bedarf es daher unbedingt eines ausschließlich auf die Prozessverteidigung spezialisierten Anwaltes, um Staatsanwaltschaft und Gericht auf Augenhöhe begegnen zu können.

Strafverteidigung ist Kampf um das bestmögliche Ergebnis – Ob Freispruch, Verfahrenseinstellung oder eine angemessene Strafe unter Berücksichtigung aller Verfahrens- und außenprozessualen Nachteile, rechtlichen Problemen oder privaten Konsequenzen. Dabei ist eine geständige Strafmaßverteidigung die oft mit einer Verfahrensabsprache (sog. Deal) einhergeht, nicht immer zielführend – Zumindest dann nicht, wenn begründete Aussicht auf eine andere Bewertung des angeklagten Sachverhalts besteht z.B. weil sich die Tat(en) nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit beweisen lässt (lassen), problematische Rechtsfragen bestehen oder andere vielfältige Gründe vorliegen, die den Schluss nahe legen, ein besseres Ergebnis für den Mandanten erzielen zu können, als dies im Rahmen eines Deals oder Geständnisses möglich wäre.

Nicht selten erfordert dies aber eine rigorose Umsetzung der Rechtsposition des Mandanten. Fehlerhafte Anordnungen eines Gerichts können dann nicht einfach widerspruchslos hingenommen, Richter müssen dann schon mal wegen Befangenheit ablehnt oder in einem laufenden Verfahren Beweiserhebungen beantragt werden. Obwohl das völlig selbstverständlich erscheint, scheuen viele Strafverteidiger einen solch offenen Konflikt, um nicht von Gerichten, aber auch den eigenen Anwaltskollegen als sog. „Konfliktverteidiger“ dazustehen. Denn in den Augen Vieler gilt ein solches Verhalten als eine bloße Form des Krawalls, nur um die Verurteilung des Mandanten zu verzögern. Wir verstehen die ureigenste Aufgabe eines Rechtsanwaltes aber darin, seinem Mandanten den Zugang zum Recht zu verschaffen und ihn vor gerichtlichen Fehlentscheidungen zu bewahren! Gerade im Strafrecht ist das Ergebnis nämlich nicht selten offen, vor allem dann, wenn tatsächliche, wie z.B. beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen. Auch aus rechtlicher Sicht können sich oft genug juristische Probleme ergeben, die am Ende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen.

Natürlich kann es nach einer umfassenden Analyse des Falls auch einmal sinnvoll sein, ein langwieriges Verfahren durch eine Verfahrensabsprache abzukürzen oder in offensichtlichen Fällen das Strafmaß durch eine geständige Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zu reduzieren. Doch kann und darf dies nicht der Regelfall sein, will man sein Recht auf ein faires, objektives und rechtsstaatliches Verfahren nicht aufgeben. Da wo erforderlich, muss der konstruktive, juristische Konflikt gesucht und ausgehalten werden. Hauptaufgabe des Verteidigers kann daher nicht sein, Gericht und Staatsanwaltschaft zu umarmen und die Urteilsabsprache als dessen eigentliche Domäne zu begreifen. Schließlich sind es nun mal widerstreitende Interessen die zwischen einer auf Verurteilung abzielenden Anklage eines Staatsanwaltes und einem auf Freispruch oder einer deutlich geringeren Strafe sinnenden Verteidigung bestehen.

Unsere Kanzlei hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, sich nicht dem Willen des Gerichts unterzuordnen, sondern zu kämpfen, wenn dies nötig ist – mit allen hierfür zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln. Dabei geht es nicht darum, möglichst respektlos oder vorlaut aufzutreten, sondern – ganz im Gegenteil – mit Intellekt, Erfahrung und Strategie auf Augenhöhe mit dem Gericht zu überzeugen.

Nach wie vor nimmt der Zeugenbeweis die wichtigste Rolle im Strafprozess ein – dies obwohl längst feststeht, dass Zeugen die unzuverlässigsten Beweismittel überhaupt sind. Entsprechend muss sich der Prozessverteidiger auf ganz erhebliche Unwägbarkeiten bei der Zeugeneinvernahme blitzschnell einstellen und seine Strategie sofort umstellen können. Dabei bleiben von Anfang an viele Fragen offen: Was haben Zeugen wirklich gesehen? Was glauben sie gesehen zu haben? Was haben sie bereits vergessen und durch Phantasie oder vermeintlich zuverlässige Informationen durch Dritte, die Polizei oder Medienberichte ersetzt? Haben sie ein eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens? Wurden sie beeinflusst oder haben sie sich gar abgesprochen?

In all diesen Problemfällen muss der Prozessanwalt sofort wissen wie und im Rahmen welcher gesetzlichen Möglichkeiten er den Zeugen begegnet, ohne dabei die strengen Regeln der Befragungstechnik zu verletzen. Parallel muss der Verteidiger die vor Gericht getätigte Aussage des Zeugen nicht nur mit der Aktenlage vergleichen, sondern auch wichtige aussagepsychologische Faktoren wie Aussageentstehung, Aussagevalidität, Aussagefähigkeit, Aussagepersönlichkeit, Aussagequalität, mögliche Konfundierungen und mögliche Motive für die Aussage analysieren.

Nur dem erfahrenen und geschulten Prozessverteidiger wird es in der Regel möglich sein, den jeweiligen Aussageinhalt auf logische Konsistenz, Strukturgleichheit, Detaillierungsgrad, Interaktionsschilderungen und Komplikationen im Handlungsablauf, sowie eine nur auf das Randgeschehen, nicht aber auf die Kerninhalte erfolgte Schilderung zu überprüfen und dem Gericht solche Mängel wirksam aufzuzeigen.

Dabei muss der Verteidiger gleichzeitig auch noch gegen die regelmäßig vorhandenen Vorurteile des Gerichtes vorgehen: Hierzu gehören insbesondere antizipierte Typisierungen („der schuldige Angeklagte auf der Anklagebank“), subjektive Vorurteile und Stereotypen („der ist schon so einer!“), Moralvorstellungen und gesellschaftliche Konventionen („so etwas macht man eben nicht!“), grobe Verallgemeinerungen und subjektive Meinungen („bei Vorwurf Betrug sind doch sowieso alle schuldig“). Schließlich gilt es noch, den eigenen Mandanten von Antipathien des Gerichts möglichst effizient abzuschirmen und ihn als Person von dem meist als störend empfundenen Verteidigerverhalten klar abzugrenzen.

Anders als im Zivilrecht werden Strafurteile nicht selten “aus dem Bauch heraus” gefällt.  Dies mag auch damit zusammenhängen, dass die Urteile im Strafrecht regelmäßig noch am selben Hauptverhandlungstermin im Anschluss an die Beweisaufnahme und die Plädoyers verkündet werden.

Um so wichtiger ist es daher neben fachlicher Kompetenz auch prozessual zu überzeugen – nicht zuletzt mit Blick auf die vielen Freiheiten und weiten Ermessensspielräume des Gerichts. Wenn beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen, Zeugen widersprüchliche Angaben machen oder schwierige rechtliche Fragen komplexe juristische Probleme aufwerfen, muss sich der Verteidiger unbedingt durchsetzen. Hierbei darf der offen ausgetragene Disput mit der Staatsanwaltschaft ebensowenig gescheut werden wie der konfrontative Konflikt in Hinblick auf fehlerhafte Anordnungen des Gerichts bis hin zum Erzwingen von Beweiserhebungen. Denn nur der Anwalt, der alle strafprozessualen und rechtlichen Mittel durchsetzungs- und überzeugungsstark einsetzt, kann vor Gericht das bestmögliche Ergebnis erzielen und den Mandanten vor drohenden gerichtlichen Fehlentscheidungen bewahren.

Umgekehrt ist aber auch nicht immer der konfrontative Konflikt die beste Option, wenngleich reine Geständnisbegleitung sicherlich nicht der Regelfall der Verteidigertätigkeit sein darf  – dazu ist das Ergebnis des Strafprozesses im Hinblick auf die vielfältigen Ausgangsmöglichkeiten zu offen. Aber wenn ein belastendes langwieriges Verfahren abgekürzt oder das Strafmaß drastisch reduziert werden kann, so darf auch der offene Dialog mit dem Gericht nicht gescheut werden. Allerdings erfordern auch  solche Verständigungsgespräche taktisches Verhandlungsgeschick.

Wenn es darum geht, gegen ein bereits ergangenes Urteil vorzugehen oder in einem landgerichtlichen Verfahren alle Möglichkeiten einer Revision offen zu halten, ist es essentiell, einen auf Rechtsmittel spezialisierten Anwalt zu beauftragen. Denn um zu harte oder schlicht falsche Urteile zu revidieren, bedarf es im deutschen Strafprozessrecht schon angesichts der strengen Formalkriterien und überstrapazierten Rügeobliegenheiten sehr spezieller Fachkenntnisse. Nicht umsonst wird etwa das Rechtsmittel der Revision (gegen Urteile eines Landgerichts) als Königsdisziplin des Strafrechts bezeichnet.

Rechtsmittelverteidigung WÄHREND des erstinstanzlichen Verfahren:

Unsere besondere Stärke liegt darin, schon bei der Verteidigung in der Instanz für ein mögliches Rechtsmittel vorzubauen, insbesondere für eine Revision. Dies ist angesichts der nur sehr eingeschränkten Anfechtungsmöglichkeiten gerade bei landgerichtlichen Verfahren unseres Erachtens sogar Pflicht, denn auch in einem Rechtsstaat ist man nicht vor Fehlentscheidungen gefeilt. Insoweit müssen etwaige Beschwerden / Widersprüche / Beweisanträge rechtzeitig gestellt werden, um in einem Folgeverfahren überhaupt Berücksichtigung zu finden. Gleichzeitig lassen sich schon während des Gerichtsverfahrens auch ganz gezielt Revisionsgründe schaffen mit denen sich ein Urteil in der nächsten Instanz erfolgreich anfechten lässt.

Rechtsmittelverteidigung gegen bereits ERGANGENE Urteile

Ist bereits ein Urteil ergangen, empfiehlt es sich im Regelfall die nächst höhere Gerichtsinstanz anzurufen. Nicht selten lassen sich nämlich nicht nur das Urteil im Ganzen, sondern auch nur einzelne Teile des Urteils oder aber nur die Höhe der Strafe erfolgreich anfechten. Die Erfahrung zeigt, dass die Chance auf ein besseres Ergebnis hoch ist. Dies gilt insbesondere für das Rechtsmittel der Berufung. Denn  im Falle einer Revision können ausschließlich Rechtsfehler gerügt werden, sprich es werden keine Beweise mehr erhoben (z.B. Zeugen nochmals vernommen etc.). Einzige Chance auf eine positive Entscheidung sind das Auffinden von gerichtlichen Fehlern z.B. bei der Anwendung des Rechts, im Prozessablauf oder der Strafzumessung, weshalb es bei der Revision allein auf die Erfahrung und das Fachwissen des Anwaltes ankommt.

Spezialwissen und Erfahrung

Gerade bei der sog. Königsdisziplin, der Revision, bedarf es sehr speziellen Fachwissens und wissenschaftlicher Expertise, denn es gilt komplexe und / oder versteckte Fehler im strafprozessualen und / oder materiellen Recht aufzufinden und richtig zu rügen. Gleichzeitig bleibt dem Strafverteidiger nur wenig Zeit, (nämlich gerade mal 1 Monat), um eine fundierte Revisionsbegründung zu fertigen. Es verbleibt dem Anwalt also schon der gesetzlichen Frist wegen keine Möglichkeit, sich erst mit den Gesetzmäßigkeiten der Revision auseinanderzusetzen, er muss sie aus dem “FF” beherrschen. Mit unseren wissenschaftlich tätigen Anwälten Dr. Betz und Florian Zenger LL.M. haben wir zwei Revisionsspezialisten in unserem Team, die sich schon von Berufs wegen mit den zahlreichen Spezialproblemen aktueller strafrechtlichen Neuerungen in Lehre und Rechtsprechung auseinandersetzen müssen, für die im Praxisalltag des “normalen” Anwaltes schlicht keine Zeit verbleibt. Gleichzeitig bearbeitet unsere Kanzlei aufgrund unserer ausgewiesenen Spezialisierung auf die strafprozessualen Rechtsmittel überdurchschnittlich viele Revisionsverfahren, sodass uns vor allem unsere Erfahrung bei der Fallbearbeitung hilft, überdurchschnittlich gute Ergebnisse zu erzielen.

Gerade in “großen Verfahren” vor dem Landgericht,  ist die Verteidigung im Team, also die gleichzeitige Vertretung von mehr als nur einem Anwalt, zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor unserer Kanzlei geworden.

Leider wird oft übersehen, dass gerade in Prozessen bei denen eine hohe Straferwartung und/oder großes öffentliches Interesse drohen (wie etwa bei Sexualdelikten, Haftsachen oder Delikten mit hohem Schaden), der Beschuldigte/Angeklagte einer Übermacht an prozessualen Gegnern gegenübersteht. Hinzu kommt, dass die gerichtliche Verurteilungsquote in Deutschland bei weit über 80 % liegt und man bei einer Verurteilung durch ein Landgericht faktisch keine zweite Chance hat, das Urteil von einem nächst höheren Gericht nochmals in Gänze überprüfen zu lassen.

Der Druck der damit auf dem Mandanten und damit auch auf seinem Anwalt lastet ist enorm. Zudem fällt eine suffiziente Verteidigung angesichts der nur sehr eingeschränkten Rechtsmittel gegen Urteile von Landgerichten ungleich schwerer, da parallel Fehler des Gerichts frühzeitig erkannt, rechtlich mögliche Finessen genutzt und medialen Beeinflussungen gekonnt begegnet werden müssen.

Getreu dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei“ muss man sich im Strafprozess nicht auf einen einzigen Anwalt / Verteidiger beschränken.
Wohl aus den oben genannten Gründen erlaubt das Gesetz einem Beschuldigten / Angeklagten die gleichzeitige Verteidigung durch bis zu drei Anwälte (zuzüglich eines etwaigen Pflichtverteidigers).
Und das macht durchaus Sinn: So lässt sich das Ungleichgewicht gegenüber den anderen Prozessbeteiligten wieder ausgleichen. Außerdem ist im Team eine deutlich druckvollere Zeugenbefragung (Stichwort: „Kreuzverhör), eine deutlich höhere Erkennung formaler wie rechtlicher Fehler des Gerichts und eine effizientere Abschirmung Antipathien gegenüber dem Mandanten möglich. Mehrere Verteidiger können während der Beweisaufnahme parallel Anträge stellen, Prozesshandlungen beanstanden oder Erklärungen vorbereiten und neue Erkenntnisse zeitgleich mit der Sich- und Rechtslage abgleichen.
Entsprechend  erfordert eine Verteidigung im Team eine strukturierte Aufgabenverteilung, weshalb das Team idealer Weise nicht bunt zusammengewürfelt, sondern genau aufeinander und entsprechend der einzelnen Kompetenzbereiche abgestimmt sein sollte:

In geeigneten Fällen ist auch eine Auswahl von Anwälten aus unterschiedlichen Kanzleien mit unterschiedlichem Schwerpunkt zielführend. So erfordern Spezialgebiete wie z.B. Wirtschafts- Medizin- und Steuerstrafrecht besondere fachspezifische Kenntnisse deren strafprozessuale Durchsetzung wiederum nur durch einen erfahrenen Prozessanwalt sichergestellt werden kann – gerade auch mit Blick auf die strafrechtlichen Rechtsmittel, deren erfolgversprechende Grundlagen bereits im ersten Prozess geschaffen werden müssen.

Auch gibt es Konstellationen wo ein vor Ort erfahrener Anwalt zwar den Fall, den Mandanten und das Gericht bestens kennt, aber für fachspezifische Fragen eines  rechtlichen Spezialgebiets oder bei einem Großprozess die Unterstützung eines externen Spezialisten sucht, um für die Verteidigung optimal aufgestellt zu sein.
Und eben das garantieren wir auch unseren Mandanten: Ob Revisionsspezialist, Experte für Sexualstrafrecht oder Prozessanwalt für konfrontative Verteidigung, alle unsere Anwälte sind entsprechend ihren jeweiligen Spezialisierungen gezielt auf den entsprechenden Fall einsetzbar – Ob im eingespielten Kanzlei-Team oder zusammen mit anderen Anwälten und Spezialisten.

Was den Erfolg ausmacht

Eine erfolgreiche Strafverteidigung steht und fällt mit der Wahl des richtigen Anwalts. In wenigen Rechtsgebieten hängt der Erfolg so sehr von dem Können, der Erfahrung aber vor allem auch der richtigen Taktik des anwaltlichen Beistandes ab wie im Strafrecht.

Denn nirgends hat ein Richter so viele Freiheiten und Ermessensspielräume, hält man sich allein die weit gefassten Rechtsfolgen und Strafrahmen vor Augen, die das Strafverfahren vorsieht: von einer Verfahrens-Einstellung mit oder ohne Geldauflage bis hin zu Freiheitsstrafen von wenigen Monaten bis zu vielen Jahren;

Dass dann bei der Rechtsfindung große Freiräume bestehen, versteht sich von selbst – Hier braucht man jemanden, der die maximalen Möglichkeiten kennt und das Optimum daraus erzielt….

Nur mit besonderer prozessualer Erfahrung, Fachwissen und kontemporärer Expertise lassen sich gerichtliche Fehlentscheidungen vermeiden und  überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen.

Deshalb arbeiten bei uns ausschließlich Fachanwälte, Dozenten und spezialisierte Rechtsanwälte für Strafrecht, sowie ein ehemaliger Staatsanwalt, von denen sich jeder nur auf einzelne Teilbereiche innerhalb des Strafrechts konzentriert, so z.B. auf  aktive Prozessverteidigung.

Unsere Kanzlei hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit engagierter, seriöser, und sachkundiger Expertise sämtliche rechtlichen Möglichkeiten des Strafverfahrens auszuschöpfen, die gerade auch auf die typischen Schwachpunkte des Justizsystems zielen.