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Sexueller  Missbrauch

Kinder | Jugendliche | Schutzbefohlene | Auszubildende etc.

Dr. Stevens Sexualstrafrecht
  • Höchste Dunkelziffer an falschen oder wirklichkeitsverzerrenden Anschuldigungen bei Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs

  • Anzeigen erfolgen oft erst nach vielen Jahren – so können Tatvorwürfe noch bis zu 50 Jahre später verfolgt werden

  • Vielfache Beeinflussung – gerade von Kindern – bei Vernehmungen durch forensisch ungeschulte Angehörige, Pädagogen oder Polizisten

  • Missbräuchliche Anschuldigungen erfolgen im Zusammenhang mit familiären Auseinandersetzungen (Missbrauch mit dem Missbrauch)

  • Ohne fundierte Kenntnisse vor allem in der Aussagepsychologie und methodenkritischer Gutachten ist eine effektive Verteidigung kaum möglich!

  • Gerne können Sie sich jederzeit unverbindlich an uns wenden.

Gerade Vorwürfe sexuellen Missbrauchs treffen Beschuldigte aus heiterem Himmel, oftmals weil die behauptete Tat viele Jahre zurückliegt.
Aufgrund der erhöhten öffentlichen Thematisierung die Anzeigebereitschaft stark gestiegen, was auch zu immer mehr Falschanzeigen und falschen Verdächtigungen führt – gerade bei Beziehungs- und Familienkonflikten, aber auch durch suggestive Befragungen  seitens übereifriger Umgangs-personen.
Leider zieht sich regelmäßig eine massive Vorverurteilung durch Missbrauchsverfahren, die einseitige Ermittlungen, Beeinflussung von kindlichen Zeugen und schlimmstenfalls eine ungerechte Verurteilung mit harter Bestrafung des “leugnenden Täters” zur Folge haben kann.
Gleichzeitig bestehen – ähnlich wie bei Vergewaltigung – erhebliche Beweisprobleme (Stichwort: Aussage gegen Aussage) sodass es meist allein auf die Glaubwürdigkeit (und Aussagefähigkeit) des Opfers ankommt.

Am häufigsten wird der Vorwurf sexuellen Missbrauchs in Bezug auf Kinder erhoben. “Kinder” im Rechtssinn sind in Deutschland alle Personen unter 14 Jahren. Deren sexuelle Selbstbestimmung ist strafrechtlich absolut geschützt, Ausnahmen sind nicht vorgesehen. Es ist also aus strafrechtlicher Sicht grundsätzlich erst einmal völlig egal, ob ein Kind von 13 Jahren für sein Alter bereits weit entwickelt ist oder ob ein junger Mensch über 14 Jahren eher ein “Spätentwickler” ist; die Altersgrenze zwischen “Kind” und “Jugendlichem” wird starr bei 14 Jahren gezogen, ohne jede Ausnahme. Bei Taten am 14. Geburtstag ist die Vorschrift nicht mehr einschlägig, allerdings kommt bei Personen die 14 Jahre und älter sind ggf. eine Strafbarkeit wegen sexuellen Missbrauchs Jugendlicher in Betracht, (siehe unten).
Sinn und Zweck der Strafbarkeit ist die ungestörte sexuelle Entwicklung von Kindern. Täter kann ein Mann oder eine Frau sein, ebenso ist das Geschlecht des Kindes ohne Bedeutung. Erfasst sind sowohl hetero- als auch homosexuelle Handlungen.

 

Der sexuelle Missbrauch eines Kindes ohne Körperkontakt wird mit Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis 5 Jahren bestraft.

In der Praxis am bedeutendsten sind die sexuell motivierte Einwirkung auf ein Kind mittels Schriften, Telemedien oder Pornographie über das Internet (“Cyber-Grooming”) sowie die Vornahme von sexuellen Handlungen vor einem Kind (wobei auch hier die gleichzeitige körperliche Anwesenheit nicht erforderlich ist).

Strafbar wegen Kindesmissbrauchs durch sogenanntes “Cyber-Grooming” macht sich, wer auf ein Kind mittels Schriften oder mittels Informations- oder Kommunikationstechnologie einwirkt. Erfasst ist davon jegliche Art von Kontakt über Telemedien, seien es Chats, Emails, Kurznachrichten, Telefonate oder Videoübertragung.

Strafbar ist jegliche Kontaktaufnahme, die mit der Absicht erfolgt das Kind zu irgendwelchen sexuellen Handlungen an (oder vor) dem Täter (oder Dritten) zu motivieren. Der Kommunikationsinhalt muss dann auch nicht auf das Sexuelle Bezug nehmen, bereits scheinbar harmlose Gespräche genügen für die Strafbarkeit. Die Absicht genügt, zu tatsächlichen sexuellen Handlungen muss es nicht kommen.

Freilich wird bei harmlosen Chatinhalten der Nachweis der (vermeintlich) sexuellen Absicht nicht zu führen sein. Dennoch kann schnell unter Verdacht geraten, wer sich in Chatrooms, Foren oder Communities bewegt, in denen sich üblicherweise vorwiegend Kinder oder Jugendliche aufhalten.

In eher “altersneutralen” Chatumgebungen ist allerdings ein Nachweis der Erkennbarkeit des Chatpartners als Kind unter 14 Jahren und/oder eines darauf gerichteten Vorsatzes mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Viele Kinder oder Jugendliche geben sich im Internet bewusst als älter aus, teilweise auch um die Nutzungsbedingungen von entsprechenden Anbahnungsplattformen zu erfüllen. Selbst wenn Bilder ausgetauscht werden sollten, so ist eine Bestimmung nur anhand von körperlichen Äußerlichkeiten nicht immer einfach, zumal viele Kinder oder Jugendliche auch bemüht sind auf den von ihnen verwendeten Bildern möglichst “erwachsen” zu wirken. Allerdings genügt es, wenn der Täter billigend in Kauf nimmt, dass es sich bei seinem Chatpartner um ein Kind handelt. Dies kann aber bei Personen unter 14, welche älter aussehen und sich auch als älter ausgeben, eben nicht ohne weiteres unterstellt werden! Die Strafverfolgungsbehörden versuchen dann oft mit aller Gewalt den (vermeintlichen) Vorsatz hinsichtlich des Alters aus Rückschlüssen und Indizien zu konstruieren. Hier muss eine gute Verteidigung ansetzen. Der Zweifelsgrundsatz gebietet eine zweifelsfreie Aufklärung, welche im Einzelfall nur schwer ohne vernünftige Restzweifel am Vorsatz des Tatverdächtigen möglich sein wird. Ging der Verdächtige lediglich von einem jugendlichen Alter (14+) seiner Chatbekanntschaft aus, so sind die meisten Handlungen entweder straflos oder aber mit deutlich milderen Strafen bedroht (z. B. Erwerb jugendpornographischer Schriften bei Erhalt entsprechenden Bildmaterials).

Da jegliche Kontaktaufnahme strafbar ist, welche mit der Absicht erfolgt ein Kind zu sexuellen zu motivieren, liegt ein strafbarer Versuch auch dann vor, wenn es sich bei dem Chatpartner nur in der Vorstellung des Täters um ein Kind handelt. Daher setzt die Polizei teilweise auch verdeckte Ermittler ein, welche sich in entsprechenden Chatplattformen als Kinder ausgeben und bei einer tatbestandlichen Art der Kontaktaufnahme die IP-Adresse des Chatpartners loggen, um Tatverdächtige ausfindig zu machen, ohne dass echte Kinder in die Gefahr eines Missbrauchs geraten.

Das man Beschuldigter in einem “Cyber-Grooming” – Verfahren ist, erfährt man als Betroffener meist, wenn Computer und Handys im Rahmen einer überraschenden polizeilichen Hausdurchsuchung als Beweismittel beschlagnahmt werden. Dabei kann man auch völlig arglos in das Visier der Ermittler geraten, wenn etwa Eltern oder Lehrer einen verdächtigen Chat auf dem Handy des Kindes aufgefunden haben, aus welchem nicht hervorgeht dass das Kind sich auf einer anderen Chatplattform zuvor als deutlich älter ausgegeben hatte.

Jeglicher Vorwurf des Kindesmissbrauchs ist in der öffentlichen Wahrnehmung sehr negativ besetzt und kann bei Bekanntwerden zu massiven persönlichen und beruflichen Nachteilen führen. Daher muss eine versierte Verteidigung schon früh darauf abzielen, eine öffentliche Gerichtsverhandlung möglichst zu vermeiden. Es macht daher Sinn, sich sofort beim Bekanntwerden entsprechender Ermittlungen – gegebenenfalls nach oder während der bei diesem Vorwurf nahezu unvermeidlichen Hausdurchsuchung – anwaltlichen Rat einzuholen. Hierbei ist zu bedenken, dass es in den meisten Fällen nicht empfehlenswert ist, ohne vorherige Konsultation eines Verteidigers Angaben zu machen – auch und gerade wenn die Polizei in solchen Fällen bemüht ist, den Schockeffekt der Durchsuchung zu nutzen, um dem Betroffenen potentiell belastende Angaben zur Sache oder ein Geständnis zu entlocken.

Anders als beim Kindesmissbrauch betrifft der sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen nur solche Personen, welche zum Täter in einem besonderen Schutzbefohlenen-Verhältnis stehen. Entsprechend liegt die Schutzaltersgrenze (also bis zu welchem Alter der Missbrauch strafbar ist) deutlich höher als beim sexuellen Missbrauch von Kindern.

Während bei Kindern unter 14 Jahren jedwede sexuelle Handlungen strengstens verboten sind, ist der sexuelle Kontakt von und mit Jugendlichen ab einem Alter von 14 Jahren grundsätzlich erlaubt, gleich welchen Alters der Geschlechtspartner ist, solange der Sex einvernehmlich geschieht und der oder die Jugendliche dem Geschlechtspartner nicht zur Erziehung oder Ausbildung anvertraut ist. Erlaubt ist also beispielsweise auch der Geschlechtsverkehr zwischen einem 14-Jährigen und einer 90-Jährigen.
Eine Ausnahme gilt allerdings dann, wenn bei Personen im Alter zwischen 14 und einschließlich 17 Jahren eine Zwangslage ausgenutzt, Geld bzw. andere vermögenswerte Gegenleistungen für Sex versprochen oder bei 14- bis einschl. 15-Jährigen deren altersbedingte Unreife ausgenutzt oder sie auf unlautere Weise beeinflusst werden.

Der Tatbestand des § 174c StGB führte lange Zeit ein Schattendasein. Gerade in der jüngeren Vergangenheit wurden aber vermehrt Verfahren hinsichtlich dieses Tatverdachts geführt. Die Weite des Tatbestandes und die vielen Unklaren Tatbestandsmerkmale führen dazu, dass für Ärzte, Therapeuten und sonstige im medizinischen Bereich Tätige jegliche sexuelle Beziehung zu Patienten stets ein gewisses Strafbarkeitsrisiko in sich birgt. Zwar hat der Bundesgerichtshof insbesondere in seiner Grundsatzentscheidung aus dem Jahr 2016 den Anwendungsbereich eingegrenzt. Dennoch lässt sich der Vorwurf des Missbrauchs leicht erheben. Nur eine kompetente Verteidigung, kann hier einer massiven Vorverurteilung mit oft existentiellen Beruflichen Folgen wirksam entgegenwirken.

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