Wer in einem Strafverfahren verurteilt worden ist (oder einen Strafbefehl erhalten hat), der kann diese Entscheidung anfechten und von einem höheren Gericht überprüfen lassen. Gleiches gilt für einen Haftbefehl oder einen Durchsuchungsbeschluss.

 

Wann ist EINSPRUCH möglich?

Mit dem Einspruch kann man sich im Strafrecht gegen einen Strafbefehl wehren.

Mit dem Strafbefehl werden Bagatellstraftaten und kleinere bis mittlere Kriminalität schnell und unkompliziert geahndet. So sparen sich nicht nur Gerichte und Staatsanwaltschaften ein aufwendiges Gerichtsverfahren, sondern auch der Beschuldigte.

Was viele allerdings unterschätzen: Der Strafbefehl ist keine Geldbuße, die man – ähnlich einem Strafzettel – einfach bezahlt und dann ist die Sache aus der Welt geschafft. Der Strafbefehl gleicht einer Verurteilung durch ein Strafgericht und ist in den rechtlichen Konsequenzen identisch (Eintrag Führungszeugnis/ Bundeszentralregister, Vorstrafe etc.).

Ob und inwiefern sich der Einspruch gegen einen Strafbefehl „lohnt“ erfordert allerdings eine qualifizierte Analyse der Akten durch einen Anwalt.

Insbesondere darf dabei nämlich nicht übersehen werden, dass sich ein mögliches Urteil auch verschlimmern kann (was aber in der Praxis nur ganz selten passiert), sofern der Einspruch nicht nur auf die Höhe der Geldstrafe beschränkt wird (sog. Verböserung). Auch wird beim Strafbefehlsverfahren ein Geständnis fingiert mit der Konsequenz, dass die Staatsanwaltschaft bei der Bemessung der Höhe der Strafe diesen Umstand bereits positiv berücksichtigt hat und dieser Vorteil im Falle eines Einspruchs entfallen kann.

Umgekehrt zeigt die praktische Erfahrung, dass im Großteil aller Fälle das Ergebnis nach dem Einspruch gegen einen Strafbefehl deutlich besser ist. Schon wegen der chronischen Überlastung der Strafjustiz sind Staatsanwaltschaft und Gericht nämlich häufig bereit, dem Angeklagten „entgegenzukommen“ – sei es bei der Höhe der Strafe oder aber auch im Wege einer für alle Seiten deutlich unkomplizierteren Verfahrenseinstellung, ob mit oder gar ohne (Geld)Auflage.

Wichtig: Wenn Sie einen Strafbefehl zugestellt bekommen sollten Sie sich umgehend anwaltlich vertreten oder zumindest beraten lassen. Denn im Falle eines Strafbefehls hat man nur 2 Wochen Zeit (ab Zustellung im Briefkasten) gegen diesen Einspruch einzulegen, da er ansonsten rechtskräftig wird. Ein Vorgehen gegen den Strafbefehl ist dann grundsätzlich nicht mehr möglich, soweit man nicht belegen kann, dass man die Frist unverschuldet versäumt hat.

Wenn man gegen den Strafbefehl Einspruch einlegt, wird die Rechtskraft gehemmt, d.h. die im Strafbefehl verhängte Strafe muss nicht bezahlt werden. Auch wird bis zur Entscheidung über den Einspruch keine Eintragung ins Führungszeugnis vorgenommen – man gilt weiterhin als unschuldig. Ein Risiko geht man durch die Einlegung des Einspruches nicht ein: Bis zum Beginn der Gerichtsverhandlung kann der Einspruch ohne irgendwelche Nachteile zurückgenommen werden.

Weitere Informationen zum Einspruch gegen den Strafbefehl

 

Wann ist BERUFUNG möglich?

Das Rechtsmittel der Berufung ist nur gegen Urteile des Amtsgerichts, also gegen Urteile des Strafrichters oder des Schöffengerichts möglich. (Gegen Urteile eines Landgerichts ist ausschließlich Revision möglich)

Da Amtsgerichte die Masse der angeklagten Fälle aburteilen und daher besonders viele Fälle bearbeiten müssen, sind Urteile des Amtsgerichts oft sehr oberflächlich und nicht selten rechtsfehlerhaft. Vermutlich deshalb hat der Gesetzgeber eine weitere, vollwertige Gerichtsinstanz geschaffen:

Das Berufungsgericht ist an das Urteil des Amtsgerichts nicht gebunden und kann ganz anders entscheiden. So kann der Prozess also noch einmal komplett neu aufgerollt und die Ausgangslage – manchmal sogar völlig – verändert werden: Neue Beweise können erhoben, neue und alte Zeugen (nochmals) genauestens auf den Zahn gefühlt, (neue) Gutachten beantragt, Verständigungsgespräche mit Staatsanwaltschaft und Gericht geführt und selbstverständlich auch die rechtliche Lage gänzlich neu bewertet werden. Umgekehrt kann auch eine geständige Strafmaßverteidigung die oft mit einer Verfahrensabsprache (sog. Deal) oder einem sog. Täter-Opfer-Ausgleich einhergeht, zielführend sein, die regelmäßig zu einem deutlich milderen Urteil in der Berufungsinstanz führt.

In der Berufung kann damit die Verteidigung völlig neu gestaltet und der Anklagevorwurf nochmals unter einem anderen Vorzeichen verhandelt werden.

Wichtig: Die Frist zur Einlegung der Berufung ist ausgesprochen kurz. Vom Tag der mündlichen Verkündung des Urteils (gegen das man vorgehen möchte) hat man nur 1 Woche Zeit, schriftlich (oder zu Protokoll der Geschäftsstelle) Berufung einzulegen.

Eine Begründung ist nicht notwendig und kann ggf. auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Das Einlegen der Berufung hemmt die Rechtskraft des ersten Urteils, d.h. eine verhängte Geldstrafe oder Freiheitsstrafe kann nicht vollstreckt werden. Auch wird bis zum Abschluss der Berufung keine Eintragung ins Führungszeugnis vorgenommen – man gilt weiterhin als unschuldig.

Weitere Informationen zur Berufung im Strafrecht

 

Wann ist REVISION möglich?

Anders als die Berufung ist die Revision das letzte – und bei Urteilen die in erster Instanz vor dem Landgericht ergangen sind sogar das einzige – Rechtsmittel, mit welchem gegen eine Verurteilung vorgegangen werden kann.

Das bedeutet: Gegen ein Urteil des Landgerichts ist keine Berufung möglich, sondern nur die Revision.

Was viele leider nicht wissen: die Revision ist ein rein formales Verfahren, bei dem lediglich überprüft wird ob das Urteil der Vorinstanz (des Landgerichts) rechtlich richtig ist. Es geht also um rein juristische Rechtsfragen und nicht etwa wie bei der Berufung (s.o.) um eine neue Bewertung von Zeugenaussagen oder anderer Beweise. In der Revision wird also der Prozess der Vorinstanz nicht nochmal komplett aufgerollt, sondern in der Regel nur am Schreibtisch des Richters geprüft, ob das vorinstanzliche Gericht irgendwelche Rechtsfehler in seinem Urteil (sog. materiellrechtliche Fehler) oder dem Prozess (sog. Verfahrensfehler) gemacht hat.

Der Revisionsanwalt muss also insbesondere in der Lage sein, reine Rechtsfehler eines Gerichts zu erkennen, was wiederum sehr profunde Rechtskenntnisse, nicht selten sogar wissenschaftliche Expertise erfordert.

Darüber hinaus werden aber seitens der Revisionsgerichte extrem hohe Anforderungen an die rechtliche Begründung einer Revision gestellt, so dass bereits kleinste Fehler des Revisionsanwalts zur Unzulässigkeit und damit zur Bestandskraft des angegriffenen Urteils führen. Deshalb gilt die Revision als das schwierigste Rechtsgebiet im Strafrecht.

Für den Mandanten stellt die Revision zudem ein sehr hohes Risiko dar, denn nicht nur muss sein Anwalt – wie oben gezeigt – in der Lage sein, Fehler in einem Urteil zu erkennen, er muss sie auch noch korrekt rügen können, was angesichts der exponentiell übersteigerten Anforderungen der Revisionsgerichte zu einem regelrechten Spießrutenlauf geworden ist.

Ohne jahrelange Erfahrung und vor allem wissenschaftlichem Knowhow ist eine erfolgreiche Revision heutzutage kaum mehr möglich, was auch die erschreckend geringe Erfolgsstatistik von 3 – 10% belegt.

Auch im Revisionsrecht sind die Fristen ausgesprochen kurz. So muss binnen einer Woche nach Urteilsverkündung bereits Revision eingelegt werden. Das bedeutet, vom Tag der mündlichen Verkündung des Urteils (gegen das man vorgehen möchte) hat man nur 1 Woche Zeit, schriftlich (oder zu Protokoll der Geschäftsstelle) Revision einzulegen.

Darüber hinaus muss – anders als bei der Berufung – die Revision begründet, d.h. von einem Anwalt schriftlich dargelegt werden, aufgrund welcher Fehler das Urteil angefochten wird. Diese Begründungsfrist beträgt lediglich 1 Monat nach Zustellung der schriftlichen Urteilsgründe. Da diese Frist auch nicht verlängert werden kann, ist die Zeit in derer das gesamte Urteil und das Protokoll der Hauptverhandlung(en) vom Anwalt überprüft werden müssen extrem knapp und erfordert schon allein deshalb kontemporäre Expertise und Erfahrung im Revisionsrecht, ohne die eine suffiziente Revisionsbegründung in so engem zeitlichen Rahmen gar nicht zu bewerkstelligen ist.

Weitere Informationen zur Revision im Strafrecht

 

Unterschied zwischen Berufung und Revision

Während die Berufung eine neue Tatsacheninstanz darstellt, in der alte und neue Sachbeweise, Zeugen, Sachverständige etc. nochmals bzw. neu gehört und berücksichtigt werden (der Prozess wird nochmal komplett neu aufgerollt), wird das Urteil in der Revision nur auf Rechtsfehler überprüft – also in Hinblick auf Verfahrensfehler und Verstöße gegen die richtige Anwendung des Strafgesetzes.

Das bedeutet: Im Fall einer Berufung, die nur gegen Urteile des Amtsgerichts (Einzelrichter oder Schöffengericht) möglich ist, findet eine komplett neue Gerichtsverhandlung vor einem neuen Richter statt. Dieser kann die alten Sachbeweise, Zeugen und Gutachten komplett neu würdigen und sogar neue Beweise hinzuziehen.

In der Revision dagegen findet in der Regel keine neue Gerichtsverhandlung statt, die Richter entscheiden meist an ihrem Schreibtisch im Bürowege. Sie dürfen auch gar keine Beweise (auch keine neuen Beweise) würdigen, sondern nur das Urteil der Vorinstanz auf rechtliche Fehler überprüfen. Da es sich hierbei um eine rechtlich äußerst schwierige, meist sogar recht wissenschaftliche Aufgabe handelt (nicht selten geht es bei der Revision um sehr komplexe rechtswissenschaftliche Fragen) gehört die Revision zur Königsdisziplin des Strafrechts, die nur sehr wenige Anwälte beherrschen und daher überhaupt anbieten.

Bei der Berufung spricht man daher von einer echten zweiten Chance für den Mandanten, wohingegen die Revision nicht selten als die letzte und auch deutlich weniger erfolgversprechende Chance bezeichnet wird.

  

Weitere Rechtsmittel?

Gegen die meisten anderen gerichtlichen Entscheidungen, die kein Urteil (oder Strafbefehl) sind, gibt es die Möglichkeit der Beschwerde. Sie richtet sich gegen alle von den Gerichten im ersten Rechtszug oder im Berufungsverfahren erlassenen Beschlüsse und gegen richterliche Verfügungen. Sonderformen sind die Haftbeschwerde und die Verfassungsbeschwerde. Darüber hinaus gibt es noch den außerordentlichen Rechtsbehelf der Wiederaufnahme.

 

Beschwerde

  • Einfache Beschwerde gegen richterliche Beschlüsse (z.B. Pflichtverteidigerbestellung):
    Die einfache Beschwerde kann jederzeit eingelegt werden, d.h. es gibt grds. keine Frist
  • die sofortige Beschwerde (z.B. gegen die Kostenentscheidung) kann nur binnen einer Woche erfolgen. Eine Beschwerde ist nur dann eine sofortige, wenn das Gesetz dies ausdrücklich anordnet.
  • die Haftbeschwerde (gegen Haftbefehl / U-Haft) ist ein Rechtsbehelf gegen den Haftbefehl und von großer Bedeutung in der Strafrechtspraxis. Die Haftbeschwerde kann jederzeit eingelegt werden und ist nicht an Fristen gebunden. Allerdings kommt es gerade beim erstmaligen Vorgehen gegen den Haftbefehl entscheidend auf die taktische Zielrichtung an: Denn abzuwägen sind immer die Erfolgsaussichten einerseits, aber auch die Konsequenzen beim Scheitern des Rechtsmittels andererseits. Letztere sind nämlich mitnichten „nur“ das Verbleiben des Mandanten in U-Haft. Eine negative Entscheidung, beispielsweise durch ein Oberlandesgericht, kann auch durchschlagende Wirkung auf das spätere Hauptverfahren haben (Stichwort Präjudiz)
    Umgekehrt sind – je nach Prüfung des Falls – bestimmte Rechtsmittel erfolgversprechender als andere: Will man z.B. neue Tatsachen durch Zeugen, Sachbeweise oder Sachverständige vorbringen und damit den dringenden Tatverdacht erschüttern, bietet sich anstelle der Haftbeschwerde eine mündliche Haftprüfung an, damit diese neuen Beweismittel auch vorgebracht und vom Richter ggf. gehört werden können. Auch wenn es zu Fragen der Persönlichkeit des Mandanten geht, z.B. bei der Frage der Außervollzugsetzung, wird es immer besser sein dem Richter einen persönlichen Eindruck zu vermitteln.
    Wenn es hingegen um bloße Rechtsfragen geht, vor allem weil man den Haftbefehl für rechtswidrig hält, macht es wenig Sinn mündlich vorzutragen zumal bei dem Richter, der den Haftbefehl ursprünglich auch erlassen hat. Hier wird anzuraten sein, sich beim nächst höheren Gericht zu beschweren um eine neue objektive Entscheidung herbeizuführen. Weitere Informationen zu den Rechtsmittel bei U-Haft
  • die weitere Beschwerde ist das Rechtsmittel nach einer erfolglosen „normalen“ Beschwerde und nur in Fällen von Verhaftung, einstweiliger Unterbringung und bestimmten Anordnungen des dinglichen Arrests möglich, im Übrigen ist eine weitere Beschwerde ausgeschlossen.

Über die Beschwerde ergeht eine Entscheidung des nächsthöheren Gerichtes, sofern der Richter, der den angegriffenen Beschuss erlassen hat, der Beschwerde nicht abhilft; hält das Ausgangsgericht die Beschwerde nämlich für begründet, kann er dieser „abhelfen“, die angegriffene Entscheidung also „zurücknehmen“. Andernfalls ist die Beschwerde sofort, spätestens aber vor Ablauf von drei Tagen, dem Beschwerdegericht vorzulegen.

Beschwerdegericht ist bei Entscheidungen des Amtsgerichts das Landgericht, bei Entscheidungen des Landgerichts das Oberlandesgericht. In bestimmten Sonderfällen kann auch ausnahmsweise direkt der Bundesgerichtshof zuständig sein.

Anders als bei der Berufung und Revision sowie dem Einspruch gegen den Strafbefehl wird die Rechtskraft der angegriffenen Entscheidung aber nicht gehemmt. Die Vollstreckung des richterlichen Beschlusses wird also nicht durch Einlegung der Beschwerde gehindert, es sei denn dies wird ausdrücklich angeordnet.

 

Verfassungsbeschwerde

Die Verfassungsbeschwerde ist das letzte Mittel, wenn alle Versuche erfolglos geblieben sind nachteilige Entscheidungen oder Urteile im Strafrecht abzuwenden. Das Recht auf Freiheit, die Unschuldsvermutung, der Schutz vor richterlicher Willkür und das Recht auf ein faires Verfahren sind verfassungsrechtlich geschützte Grundrechte, deren Missachtung im Strafprozess leider nicht selten ist.

In Strafsachen wird die Verfassungsbeschwerde also meistens in den folgenden Fällen erhoben:

  • Die (weitere) Haftbeschwerde des Inhaftierten blieb erfolglos
  • Die Revision des Angeklagten ist gescheitert
  • Der Wiederaufnahmeantrag des rechtskräftig Verurteilten wurde abgelehnt

Die Verfassungsbeschwerde ist in all diesen Fällen allerdings nur innerhalb eines Monats nach Erhalt der abschlägigen Gerichtsentscheidung zulässig.

Im Strafverfahren drohen die schwersten staatlichen Grundrechtseingriffe bis hin zur lebenslangen Freiheitsstrafe. Typische im Strafverfahren verletzte Grundrechte sind beispielsweise:

  • das Recht auf ein faires Verfahren
  • das Willkürverbot
  • die Unschuldsvermutung
  • das Recht auf Freiheit (Allgemeine Handlungsfreiheit)
  • das Recht auf den gesetzlichen Richter
  • das Doppelbestrafungsverbot (Ne bis in idem)
  • der Schutz vor einem Zwang zur Selbstbezichtigung (Nemo tenetur)

Tatsache ist allerdings, dass weniger als 3 % der Verfassungsbeschwerden Erfolg haben – bei nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführern liegt die Erfolgschance sogar unter einem halben Prozent. Tatsache ist aber auch, dass fast alle Verfassungsbeschwerden von Laien oder von Rechtsanwälten erhoben werden, die in ihrer beruflichen Arbeit zuvor weder Kontakt mit diesem Instrument des Rechtes, noch mit dem Bundesverfassungsgericht selbst hatten.

Doch auch erfahrene Strafverteidiger und sogar Revisionsexperten scheitern nicht selten an den komplexen Besonderheiten des Verfassungsrechtes, oftmals bereits an den geschriebenen, teilweise aber auch nur richterrechtlich etablierten Zulässigkeitsvoraussetzungen. Insbesondere werden in der Praxis häufig lediglich die bereits im strafrechtlichen Revisionsverfahren erhobenen Rügen wiederholt und mit einer abschließenden verfassungsrechtlichen Würdigung versehen, was aber gerade nicht ausreicht; erforderlich ist es vielmehr, die Rechtsverletzung des Betroffenen gerade auch unter dem Gesichtspunkt der Verletzung spezifischen Verfassungsrechts ausführlich zu begründen.

Dies Alles ist Grund genug, das letzte und nicht selten verzweifelte Mittel nur mithilfe eines der wenigen ausgewiesenen Spezialisten im Verfassungsrecht zu ergreifen. Nur dann bestehen realistische Erfolgsaussichten.

Weitere Informationen zur Verfassungsbeschwerde

 

Wiederaufnahme des Strafverfahrens

Mit der Wiederaufnahme des Verfahrens kann ein rechtskräftiges Strafurteil „neu aufgerollt“ werden, um die Aufhebung des ursprünglichen Urteils und stattdessen einen Freispruch oder zumindest eine Verringerung der Strafhöhe zu erlangen.

Hintergrund des Wiederaufnahmeverfahrens ist die Vermeidung bzw. Korrektur eines „Justizirrtums“ um so dem Verurteilten die (letzte) Chance zu geben, ein Fehlurteil zu korrigieren.

Jedoch ist eine Wiederaufnahme nur unter sehr strengen Voraussetzungen möglich! Der in der Praxis relevanteste Fall ist, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel die Unschuld des Verurteilten beweisen können. Das sind also alle Erkenntnisse die zu einer anderen Beweiswürdigung führen und bei Erlass des rechtskräftigen Urteils entweder noch nicht bekannt waren oder schlicht nicht berücksichtigt wurden.

Rechtsfehler des angefochtenen Urteils oder eine fehlerhafte Beweiswürdigung sind keine neuen Tatsachen.

Darüber hinaus sind die formaljuristischen Hürden im Wiederaufnahmeverfahren extrem streng und folgen gänzlich anderen prozessualen Regeln als im übrigen Strafrecht.

Anders als bei den Rechtmitteln der Berufung und Revision besteht aber kein Risiko einer härteren Bestrafung.

In bestimmten Fällen kann das Wiederaufnahmegericht sogar einen Aufschub oder eine Unterbrechung der Strafvollstreckung anordnen

Kurzum: Die Wiederaufnahme im Strafrecht ist zwar die letzte Chance ein Fehlurteil / Justizirrtum zu beseitigen und den Prozess neu aufzurollen. Allerdings im Regelfall nur dann, wenn (neue) Beweise vorliegen, die bis dato unberücksichtigt geblieben sind. Darüber hinaus ist die Wiederaufnahme juristisch sehr anspruchsvoll. Wegen der Komplexität der Antragsstellung und dem kleinen Nischengebiet kennen sich nur sehr wenige Rechtsanwälte im Bereich der Wiederaufnahme aus.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, bereits bei der Vorbereitung des Wiederaufnahmeverfahrens einen ausgewiesenen Spezialisten zu beauftragen. Ohne sachkundige Expertise hat ein Wiederaufnahmeantrag faktisch keinerlei realistische Chance auf Erfolg.

Die Vorbereitung eines Wiederaufnahmeantrages ist in der Regel mit einigem zeitlichem und finanziellen Aufwand verbunden. Im Zweifel ist es also empfehlenswert, zunächst eine realistische Prüfung der im Einzelfall vorliegenden Sach- und Rechtslage einzuholen.

Weitere Informationen zum Wiederaufnahmeverfahren

 

Zusammenfassung

Wenn es darum geht, gegen gerichtliche Entscheidungen, insbesondere ein bereits ergangenes Urteil vorzugehen, ist es essentiell, einen auf Rechtsmittel spezialisierten Anwalt zu beauftragen. Denn um Fehlentscheidungen, zu harte oder schlicht falsche Urteile zu revidieren, braucht man jemanden, der die maximalen Möglichkeiten kennt und das Optimum daraus erzielt.

Gerade die Revision gilt in Strafverfahren als sehr schwierig und wartet mit hohen formalen Hürden auf. Kleinste Fehler führen bereits zur Unzulässigkeit, weshalb die Misserfolgsquote im Allgemeinen außerordentlich hoch ist. Dies liegt aber nicht daran, dass Richter so selten Fehler machen – ganz im Gegenteil; Vielmehr sind es oft die Revisionsbegründungen selbst, die zu Misserfolgen führen, weil Anwälte mit dem Revisionsrecht, das sich in wesentlichen Strukturelementen vom sonstigen Strafverfahrensrecht unterscheidet, nicht genügend vertraut sind – gleiches gilt in ebenso für Verfassungsbeschwerden im Strafrecht, die noch schwieriger zu gewinnen sind.

Aber auch bei der Berufung gilt es – wo nötig – mit konfrontativem Einsatz, aber auch mit  rechtlichem Fachwissen und interdisziplinärer Expertise für das bestmögliche Ergebnis zu kämpfen, um die Strafe abzuwenden oder zumindest abzuschwächen.

Kernpunkt unseres Erfolges – gerade bei den strafrechtlichen Rechtsmitteln – ist unsere enge Spezialisierung. Denn was in der Medizin längst selbstverständlich ist, gilt auch im Strafrecht: Auch hier ist die Materie so komplex, dass es hoch qualifizierter Experten auf dem jeweiligen Einzelgebiet bedarf.

Mit unseren wissenschaftlich tätigen Anwälten, Fachanwälten und einem ehemaligen Staatsanwalt haben wir uns daher dezidiert auf die strafprozessualen Rechtsmittel spezialisiert. Denn die aus unserer Spezialisierung gewonnene Erfahrung, aber auch unsere wissenschaftliche Expertise – für die im Praxisalltag des „normalen“ Anwaltes schlicht keine Zeit verbleibt – lässt uns Gerichten auf Augenhöhe begegnen und überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen.

Deshalb arbeiten bei uns ausschließlich Fachanwälte, Dozenten (u.a. an der deutschen Richterakademie) und spezialisierte Rechtsanwälte für Strafrecht, sowie ein ehemaliger Staatsanwalt, von denen sich jeder nur auf einzelne Teilbereiche innerhalb des Strafrechts konzentriert, so z.B. ausschließlich auf Rechtsmittel wie Haftbeschwerde, Revision oder Verfassungsbeschwerde.

Damit gewährleisten wir stets die notwendige Expertise und Erfahrung, um unsere Mandanten umfassend zu beraten und gemeinsam zum Erfolg zu verhelfen. Denn gerade bei den strafrechtlichen Rechtsmitteln steht und fällt der Erfolg mit der Wahl des richtigen Anwalts.

Weitere Informationen zu den Rechtsmitteln im Strafrecht