Urteil wegen mangelnden Feststellungen zur Aussageentwicklung aufgehoben

Auf die Revision der Kanzlei stevens betz müller zenger GbR wurde ein Urteil wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern aufgehoben. In Fällen in denen Aussage gegen Aussage steht, stellt der Bundesgerichtshof nämlich sehr hohe Anforderungen an die richterliche Beweiswürdigung.
Soweit Feststellungen zu angeblichen Übereinstimmungen zweier verschiedener Aussagen eines mutmaßlichen Opfers, z.B. einmal bei der Polizei und einmal vor Gericht, getroffen werden, müssen diese im Urteil genau dargelegt werden. Denn zwischen der Schilderung eines wahren und der eines bewusst unwahren Geschehens besteht ein grundlegender Unterschied bezüglich der jeweils zu erbringenden geistigen Leistung des Aussagenden. Insoweit wird angenommen, dass Details bei zwei zeitlich verschiedentlich getätigten Aussagen weniger oft miteinander übereinstimmen werden, wenn der Zeuge lügt.
Das Gericht muss aber dann genau darlegen, woran es die Glaubwürdigkeit zweier zeitlich verschiedener Aussagen festmacht, z.B. anhand übereinstimmender Details.