RAin Bopp 2018-08-13T01:05:24+00:00

Friederike Bopp

Rechtsanwältin und Mediatorin

Rechtsanwältin Friederike Bopp

Rechtsanwältin Bopp hat ihren Schwerpunkt im Sexualstrafrecht und der Vertretung von Geschädigten.

Wer als Opfer einer Straftat das erste mal im Leben Kontakt zur Justiz hat, der kann leicht den Eindruck gewinnen, für die Justiz stehe alleine der Täter im Mittelpunkt. Viele Opfer fühlen sich deshalb mit ihren Ängsten, Nöten und Problemen alleine gelassen. Oft ist für die Betroffenen nicht nur die Tat selbst traumatisierend, sondern auch das, was darauffolgt: Die polizeilichen Ermittlungen und das Strafverfahren.

Längst müssen Opfer diese für sie belastende Situation nicht mehr einfach nur hinnehmen. Ihre Rechte wurden seit Einführung der sog. Nebenklage kontinuierlich gestärkt. Waren Opfer früher einzig auf ihre Zeugenaussage beschränkt, können sie nunmehr selbst für ihre Rechte eintreten, Schutz und Hilfe in Anspruch nehmen und sich am Strafprozess beteiligen.

Opfer haben das Recht, sich mit Fragen und Anträgen in die Hauptverhandlung einzubringen, Stellung zu beziehen und nach Abschluss der Beweisaufnahme einen Schlussvortrag zu halten. Denn Opfer und ihre Hinterbliebenen haben Fragen, sie wollen Tat und Täter besser kennen, wollen als Hinterbliebene vielleicht wissen, wie sehr und wie lange Opfer leiden mussten und so vieles mehr. Die Erfahrung zeigt, dass eine aktive Beteiligung am Strafverfahren auch einen Beitrag dazu leisten kann, mit den Folgen der Tat besser umgehen zu können.

Ich helfe Betroffenen und Hinterbliebenen dabei, sich in der für sie ungewohnten und belastenden Situation eines Strafverfahrens besser zurecht zu finden, Zugang zu Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu finden und ihre zahlreichen Rechte im Strafprozess zu nutzen. In den letzten Jahren habe ich mich in zahlreichen Prozessen als Nebenklägervertreterin für Opfer und Hinterbliebene eingesetzt, in Großprozessen bei den Landgerichten und Oberlandesgerichten (u.a. NSU), genauso wie in Verfahren bei Amts- und Schöffengerichten. Und immer habe ich denselben Auftrag, nämlich die Rechte der Opfer und Hinterbliebenen zu stärken, hierfür im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten bedingungslos einzustehen und dabei einen persönlichen, ganz individuellen Zuschnitt zu finden.

Dabei kläre ich mit Ihnen folgende Fragen:

  • Was kann ich für die Opfer und Hinterbliebenen in einem Strafverfahren erreichen?
  • Welches Ziel soll ich im konkreten Fall verfolgen?
  • Wie kann ich Opfern und Hinterbliebenen dabei den Prozess möglichst erträglich gestalten?

Dabei kann das Augenmerk ebenso auf die Vorbereitung einer Schadenersatzklage gerichtet sein, wie auch auf die Aufklärung der Tat und ihrer genauen Abläufe oder die Rehabilitierung des Opfers und damit die Stärkung seines Ansehens in der Gesellschaft, um nur einige Beispiele aufzuzählen.

Mir ist bewusst, dass Opfer und Hinterbliebene unterschiedlich fühlen, vergleichbare Situationen anders erleben, Geschehenes höchst individuell verarbeiten. Mein Anspruch ist es, genau hierauf mit all meinem juristischen Wissen einzugehen.

Dass ich dabei neben Opfervertretungen auch Verteidigungen übernehme, ist kein Widerspruch. Im Gegenteil: Dieser Umstand bietet eine wertvolle Chance. Denn durch meine zahlreichen Vertretungen in (Kapital-/Sexual) Strafverfahren sowohl als Strafverteidigerin als auch als Nebenklägervertreterin, kenne ich die Gegenseite, kann Verteidigerstrategien einschätzen und so regelmäßig einen Schritt schneller sein.

Denn zu erkennen, welche Anträge der Verteidigung beispielsweise ernst zu nehmen sind und welche Weichen damit gestellt werden sollen, ist wesentlich, um richtig reagieren und handeln zu können. Nur so ist eine unaufgeregte, zielorientierte und erfolgreiche Vertretung von Opfern möglich.

Dabei ist vielen Opfern und ihren Angehörigen oftmals unbekannt, dass sie in vielen Fällen sogar gesetzlichen Anspruch auf staatliche Übernahme der anwaltlichen Kosten haben! Sprechen sie mich hierzu jederzeit unverbindlich an.

Gerade bei Sexualstrafverfahren bei denen eine hohe Straferwartung drohen, steht der Beschuldigte/Angeklagte einer Übermacht an prozessualen Gegnern gegenüber, angefangen von Staatsanwalt, Nebenkläger, Sachverständigen, bis hin zu den Medien und nicht selten auch voreingenommener Richter. Die gerichtliche Verurteilungsquote liegt in Deutschland bei weit über 80 % und wer beim Landgericht verurteilt wird, bekommt zudem faktisch nicht einmal zweite Chance ein Urteil von einem nächst höheren Gericht überprüfen zu lassen. Denn Rechtsmittel gegen erstinstanzliche Urteile von Landgerichten scheitern aufgrund sehr enger Anfechtungsmöglichkeiten zu mehr als 90 %. Eine gute Verteidigung ist daher in Verfahren vor den Landgerichten oder in Haftsachen zwingend und eine solche nur dann möglich, wenn etwaige Fehler eines Gerichts frühzeitig erkannt, rechtlich mögliche Finessen genutzt oder mediale Beeinflussungen gekonnt begegnet werden, sodass – mit Blick auf die Möglichkeit eines Freispruchs, einer niedrigen Strafe oder aber auch des Rechtsmittels der Revision – Fehlentscheidungen, zu harte oder schlicht falsche Urteile vermieden werden. Dies ist aber nur dann möglich, wenn man suffizient verteidigt ist, was in der Regel ein Anwalt allein nicht zu leisten vermag, zumindest dann nicht, wenn das Verfahren vor dem Landgericht stattfindet, bei dem deutlich strengere Formalkriterien, überstrapazierte Rügeobliegenheiten (um im Rechtsmittelverfahren überhaupt rechtliches Gehör zu finden) und eine deutlich höhere Anzahl an möglichen Gegnern (am Landgericht verhandeln neben dem Staatsanwalt erstinstanzlich mindestens zwei Richter) vorherrschen.

Aber nicht nur getreu dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei“ sondern gerade auch weil Sexualstrafverfahren sehr emotional und nicht immer geschlechtsneutral ablaufen, hat sich Rechtsanwältin Bopp, zusammen mit ihren Kollegen auf die sog. Team-Verteidigung spezialisiert, sprich der Vertretung durch zwei oder drei Anwälte gleichzeitig – denn was viele nicht wissen: Man muss sich im Strafprozess nicht auf einen einzigen Verteidiger beschränken. Wohl aus den oben genannten Gründen erlaubt das Gesetz einem Beschuldigten / Angeklagten die gleichzeitige Verteidigung durch bis zu drei frei wählbare Anwälte (zuzüglich eines etwaigen Pflichtverteidigers). Nur so gelingt was ein einzelner Verteidiger nicht zu leisten vermag: Eine druckvolle und deutlich effizientere Zeugenbefragung (Stichwort: „Kreuzverhör), eine deutlich höhere Erkennung formaler wie rechtlicher Fehler des Gerichts und eine effizientere Abschirmung von Sympathien und Antipathien gegenüber dem Mandanten – vor allem wenn auf der Gegenseite Richterinnen oder Staatsanwältinnen agieren.

Sowohl als Strafverteidigerin als auch als Vertreterin von Geschädigten, setze ich mich für die Durchsetzung Ihrer Rechte und Interessen ein.

Meinen Schwerpunkt habe ich schon in der Ausbildung bewusst auf das Strafrecht gelegt.

Weil gerade im Sexualstrafrecht konfrontative Vertretungen nicht immer interessensgerecht sind, habe ich zusätzlich eine Ausbildung zur Mediatorin absolviert. Insbesondere bei Mandanten, die in Zukunft noch mit der gegnerischen Seite Umgang haben müssen oder wollen, sei es aufgrund der familiären Situation oder aus beruflichen Gründen, kann es interessensgerecht sein, eine nachhaltige, einvernehmliche Lösung zu finden. Dies kann im Rahmen einer Mediation oder eines Täter-Opfer Ausgleichs erfolgen.

Die Bandbreite an taktischen Möglichkeiten ist in diesem Bereich äußerst weit zumal die Interessen der Mandanten je nach Einzelfall völlig unterschiedlich sein können.

Für mich als Rechtsanwältin ist es daher von zentraler Bedeutung sowohl über das notwendige Fachwissen in diesem speziellen Bereich zu verfügen, als auch flexibel auf individuelle Interessen zu reagieren und diese optimal durchzusetzen.